www.swissdisc.ch (17. Januar 2005)

Eine hervorragende musikalische Darbietung für diese originelle Produktion von Ramée, die ihre Hörer zu einer poetischen Reise, zu einer bezaubernden Träumerei einlädt. Die Aufnahme ist mit grösster Sorgfalt produziert worden und harmoniert in perfekter Übereinstimmung mit einem umfangreichen und bemerkenswert gut geschriebenen Booklet.
»O dulcis amor« ist ausschliesslich Komponistinnen des Seicento gewidmet. Sie gehörten dem Adel oder wohlhabenden Bürgertum an und begannen vor allem im Norden Italien gegen Ende des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts in Erscheinung zu treten.
Die fünf Komponistinnen, die uns vorgestellt werden, haben Madrigale, Motetten, Kantaten und auch Instrumentalmusik geschrieben:
Caterina Assandra (ca 1590 - nach 1618) zog sich nach der Veröffentlichung mehrerer Motetten, von denen uns hier drei präsentiert werden, in ein Benediktinerinnenkloster zurück, wo sie weiterhin komponierte,
Vittoria Aleotti (ca 1575 - nach 1620) vertonte Texte des Poeten Giovanni Battista Guarini, die Madrigale sind in einer Mischung verschiedener Stile des 16. Jahrhunderts verfasst,
Francesca Caccini (1587 - nach 1641), älteste Tochter des Komponisten Giulio Caccini, schrieb als erste Frau eine Oper und entfaltete eine lange Karriere als Sängerin, Komponistin und Lehrerin,
Barbara Strozzi (1619 - nach 1664), Tochter des berühmten Poeten und Intellektuellen Giulio Strozzi, war im Venedig ihrer Zeit sehr angesehen und veröffentlichte acht Sammlungen mit Madrigalen, Arien, Kantaten und Motetten auf Gedichte ihres Vaters und anderen venezianischen Librettisten,
Isabella Leonarda (1620 - 1704), deren hier präsentierte Sonata duodecima zu ihren harmonisch am besten ausgearbeiteten Werke gehört, trat mit 16 Jahren in ein Ursulinenkloster ein.

Pascal Souhard