Concerto (Februar/März 2007)

Es gibt Musik, die für sich selbst spricht — und andere, die unmittelbar (und allein) von den Funken lebt, die ihre Interpreten schlagen. Die Triosonaten der Geschwister Pla, zur Mitte des 18. Jahrhunderts gefeierte Oboen-Virtuosen, gehören letzterer Kategorie an. Da kann man gar nicht anders, als auf das Vokabular eines Sportreporters umzusteigen: also von Bällen sprechen, die die beiden Spieler einander fintenreich zuspielen, die sie mit Energie zurückschlagen. Und manchmal tricksen die beiden Spieler mit dem Ball. Das hat wirklich etwas durch und durch Sportliches.
Joan Baptista und Josep Pla entstammten einer katalanischen Musikerfamilie, sie zogen als reisende Virtuosen durch Europa, allein und zu zweit. Der galante Stil war gerade in Mode gekommen und das Musikleben begann — >öffentlich< zu werden. Wohl nicht nur der Mercure de France überschlug sich nach einem Auftritt bei den Concerts Spirituels in Paris vor Begeisterung.
Wieselflinke Gespräche, launige Winkelzüge einer durch und durch >spielerischen< Musik: Da sind die Musiker des Ensembles Rossi Piceno in ihrem Element. Bestens trainiert und gut aufgestellt: Emiliano Rodolfi une Andreas Helm (Oboe), Marian Minnen (Violoncello), Raul Moncada (Cembalo)/ Zu ihnen kommen noch Ayako Matsanuga (Violine) und Wim Maesele (Theorbe, Gitarre). Die Triosonaten lodern wie Strohfeuer, die Emotionen gehen hoch, obwohl die Musik alles andere als Tiefgang hat.