| RAMÉE |
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| Johann Sebastian BACH, Die Kunst der Fuge | ![]() |
Wohl kaum eine Komposition Johann Sebastian Bachs ist derart von einer Aura des Rätselhaften und Geheimnisvollen umgeben
wie die Kunst der Fuge. Die das Werk begleitenden Legenden haben einen direkten Zugang zu dem monumentalen Fugenzyklus
zwar nicht gerade verhindert, einer unvoreingenommenen Würdigung von Bachs künstlerischer Leistung standen sie aber doch
spürbar im Wege. Das Dickicht der Sekundärliteratur ist über die Generationen hinweg nahezu undurchdringlich geworden, und
der Weizen der seriösen, wissenschaftlich begründeten und nachprüfbaren Erkenntnisse lässt sich auch von Fachleuten oftmals
nur schwer von der Spreu wuchernder Hypothesen und abwegiger Spekulationen trennen.
Léon Berben präsentiert seine ganz persönliche Interpretation dieses Meisterwerkes. Für ihn ist Bachs Kunst der Fuge keine
theoretische oder mathematische Übung, sondern lebendige Musik mit allen Leidenschaften und Affekten, die rhetorische Musik
zu bieten hat. Die Wahl des Instruments hat er nicht dem Zufall überlassen: an der 1744 vollendeten Wagnerorgel in
Angermünde mit ihren charakteristischen Stimmen und in einer präzisen Akustik lässt sich der Kontrapunkt hervorragend
verfolgen. Berbens Interpretation zeichnet sich durch seine strenge Lesart des Urtextes (z.B. die Respektierung originaler
Tempoangaben) und sein kraftvolles Spiel aus – ohne Zweifel ein Markenstein in der diskografischen Geschichte des Werkes.
LÉON
BERBEN darf am Cembalo und an der Orgel als Meister seines Fachs gelten. Darüber hinaus weisen ihn umfassende Kenntnisse in Musikgeschichte und historischer Aufführungspraxis als einen der führenden Köpfe der jüngeren Generation der »Alten Musik«-Szene aus. Sein Repertoire umfasst Clavierwerke zwischen 1550 und 1770, wobei sein Hauptinteresse der deutschen Musik, den Virginalisten und Jan Pieterszoon Sweelinck gilt. Ferner schrieb er als Co-Autor für die Enzyklopädie Die Musik in Geschichte und Gegenwart.
Intensives Quellenstudium und stete Forschungsarbeit verleihen der Interpretationskunst von Léon Berben einen besonderen Rang. Seine Solo-CD-Aufnahmen auf historischen Orgeln und Cembali wurden von der Fachpresse hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Diapason d’Or, dem »Choc« von Le Monde de la Musique und dem Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik.
Léon Berben wurde 1970 in Heerlen (Niederlande) geboren und lebt in Köln. Er studierte Orgel und Cembalo in Amsterdam und Den Haag bei Rienk Jiskoot, Gustav Leonhardt, Ton Koopman und Tini Mathot, und schloss sein Studium mit dem Solistendiplom ab.
Seit 2000 war Léon Berben als Cembalist bei Musica Antiqua Köln (Reinhard Goebel) tätig. In dieser Eigenschaft gastierte er in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien und spielte zahlreiche CDs für Deutsche Grammophon/Archiv Produktion ein. Seit der Auflösung des Ensembles Ende 2006 verfolgt er eine ausgedehnte Solo-Karriere, die ihn auf renommierte internationale Festivals führte.
www.leonberben.org