| RAMÉE |
|---|

| Michel Pignolet de MONTÉCLAIR, Six Concerts à deux Flûtes Traversières sans Basses |
![]() |
Die Sechs Konzerte für zwei Traversflöten ohne Bass reihen sich in eine Folge von Flötenduetten ein, die
1709 mit den Suites de Pièces à deux flûtes traversières (Suiten für zwei Traversflöten) vom Komponisten
und ersten großen französischen Flötisten Michel de La Barre begann. Dieses bei den Franzosen in der
ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts äußerst beliebte Genre inspirierte zahlreiche Komponisten wie
Hotteterre, Philidor und Boismortier, denen wir eine große Zahl an Sammlungen dieses Repertoires
verdanken. Es wäre daher durchaus denkbar, dass das regelmäßige Duettspiel schon zu jener Zeit zu den
Grundlagen der Ausbildung eines jeden Flötisten gehörte. Mit seiner verführerisch ausgeschmückten
Musik beförderte und befördert das Duettspiel noch immer die spielerische, fast sinnliche Übertragung
von Generation zu Generation, von Meister zu Schüler jenes instrumentalen Wissens, das seit drei
Jahrhunderten den Erfolg der französischen Flötenschule ausmacht.
Durch das gekonnte Wechselspiel der Stimmen ermuntert Montéclair die Flötisten zu größter
spielerischer Verbundenheit, erweckt ein Streben nach gegenseitiger Durchdringung, schafft eine
Atmosphäre großer Vertrautheit und Zärtlichkeit, einer ausgesprochen barocken Emotion. Er drängt sie,
über sich hinaus zu wachsen, sich selbst zu vergessen, um den anderen zu erreichen, in ihm aufzugehen,
in einer nicht greifbaren Welt, jenseits von Zeit und Raum, um im nächsten Augenblick wieder festen
Boden zu spüren, dank einer bekannten Melodie etwa oder einer wohl gesetzten Basslinie , die sofort die
Lust zum Tanzen weckt.
Mit dieser Einspielung möchten wir eine bedauernswerte Lücke in der aktuellen Musiklandschaft
schließen und Interesse am Werk Montéclairs wecken.
Die aus Quebec stammende Flötistin MARIE-CÉLINE LABBÉ lernte zuerst Blockflöte und gab mit zwölf Jahren
ihr Debüt als Solistin bei einem Konzert des Symphonischen Orchesters ihrer Heimatstadt. Als Preisträgerin mehrerer
Musikwettbewerbe in Quebec und Kanada studierte sie anschließend Querflöte in Quebec, Banff, Paris und
Wien, sowie Traversflöte in Münster, wo sie 1995 das Diplom mit Auszeichnung erhielt. Ihre Lehrer waren Alain
Marion, András Adorján, Wolfgang Schulz, Barthold Kuijken und Konrad Hünteler. Seit 1991 ist sie Mitglied der
Wiener Akademie und konzertierte weiterhin mit zahlreichen Barockorchestern, u.a. dem Concilium musicum
Wien, dem L'Orfeo Barockorchester, der Aura Musicale, der Haydn Sinfonietta Wien und dem Concentus
Musicus Wien. Konzertreisen führten sie durch Europa, Nord- und Mittelamerika, in die Türkei, nach Singapur
und Japan. Sie wirkte bei zahlreichen Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen mit.
Nach ihrem Querflötenstudium in Salzburg, Innsbruck und Wien spezialisierte sich die in München geborene MARION TREUPEL-FRANCK auf Traversflöte bei Barthold Kuijken am Koninklijk Conservatorium in Brüssel
und erhielt dort 1998 das Solistendiplom. Sie war Stipendiatin der Villa Musica Mainz 1995 und 1997 unter
Leitung von Reinhard Goebel. Es folgt eine rege Konzerttätigkeit mit namhaften Barockorchestern wie dem Bach
Collegium Japan, La Stagione Frankfurt, dem Ensemble Currende, dem Hassler Consort, der neuen Hofkapelle
München und dem Ensemble L'Estro Armonico. Sie war Gast bei Internationalen Konzertreihen für Alte Musik
und wirkte bei Rundfunk- und CD-Produktionen mit. Im Jahre 2000 gründete Marion Treupel-Franck das
Festival für Alte Musik Schlehdorf und war 2006 künstlerische Leiterin des Internationalen Festivals der
Renaissancemusik im Gasteig München. Seit 2001 ist sie Dozentin für Traversflöte, zunächst am Richard-Strauss-
Konservatorium München und seit 2008 an der Hochschule für Musik und Theater München. Daneben wird sie
regelmäßig als Dozentin zu internationalen Kursen für Alte Musik eingeladen.