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| Giuseppe SAMMARTINI, Concertos & Overtures | ![]() |
Von seinen Zeitgenossen wurde Sammartini als einer der talentiertesten Komponisten seiner Generation betrachtet. John Hawkins schreibt 1776: »Seine Eigenheiten können darum nur der Kühnheit und Selbstbeherrschung zugeschrieben werden, die seit jeher Kennzeichen des Genies sind.« Er stellte die Konzerte und Ouverturen Sammartinis auf eine Stufe mit den Werken Arcangelo Corellis und Francesco Geminianis, und schätzte sie sogar mehr als jene von Georg Friedrich Händel. Doch durch eine unerklärliche Laune der Geschichte bleibt Sammartini bis heute für das allgemeine Publikum ein großer Unbekannter. Les Muffatti haben eine sorgfältige Auswahl aus der großen Zahl der Meisterwerke Sammartinis getroffen. Mit dieser Weltersteinspielung von Werken äußerst unterschiedlicher Couleur hoffen sie, seinem Genie gerecht zu werden und ihren Enthusiasmus für diesen unberechtigt unterschätzten Komponisten mit dem Publikum zu teilen.
Das Barockorchester LES MUFFATTI entstand aus dem Bestreben einiger junger Brüsseler Musiker, einen professionellen
Rahmen zu finden, in dem der Freude am Spiel, der inhaltlichen Vertiefung und der handwerklichen
Genauigkeit gleichermaßen Raum gegeben wird. Ihr Enthusiasmus und Idealismus fanden die perfekte
Ergänzung in der Person von Peter Van Heyghen, der 2004 die künstlerische Leitung des Orchesters übernahm.
Seitdem konzertieren sie gemeinsam in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Italien und
Portugal. Sie waren zu Gast auf einschlägigen Festivals wie dem Musica Antiqua Festival Brügge, dem Festival
Oude Muziek Utrecht, dem Festival Musica Sacra Maastricht oder den Tagen Alter Musik in Regensburg. Seit
2007 sind sie Ensemble in residence am Augustinus Musikzentrum (AMUZ) in Antwerpen und seit 2010 am
Kulturzentrum De Bogaard in Sint-Truiden. Der Name des Ensembles verweist auf den kosmopolitischen
Komponisten Georg Muffat (1653-1704), der eine Schlüsselfigur bei der Entstehung des Orchesters darstellt und
als einer der ersten die großen Unterschiede in der Aufführungspraxis französischer und italienischer Musik
detailliert aufgezeigt hat. Das bestimmende Element in Interpretation und Aufführungspraxis von Les Muffatti ist das ständige Streben nach vollendeter Beherrschung einer musikalischen Gestik, die gänzlich auf dem Prinzip der
Theatralität – einem zentralen Wesenszug der barocken Kunst – beruht. Das Ensemble ist davon überzeugt, dass
diese auf Affektenlehre und Rhetorik gegründete Sprache der Gestik und Theatralität nicht nur eine Besonderheit
barocker Ästhetik ist, sondern einen universellen Charakter besitzt. Durch eingehende Stilkenntnis, die
Beherrschung angepasster Spieltechniken und die sorgfältige Wahl geeigneter Instrumente gelingt es Les Muffatti
immer wieder, den heutigen Hörer zu unterhalten, zu rühren und zu überzeugen.
Peter Van Heyghen, Leitung
Benoît Laurent, Oboe
Sophie Gent (Concertino), Marie Haag, Catherine Meeùs, Laurent Hulsbosch, Madoka Nakamaru, Tuomo Suni (Concertino), Marcin Lasia, Benedicte Verbeek, Violinen
Wendy Ruymen (Concertino), Julie Vermeulen, Violas
Marian Minnen (Concertino), Corentin Dellicour, Ronan Kernoa, Violoncelli
Benoît Vanden Bemden, Kontrabass
Kris Verhelst, Cembalo
Bernard Zonderman, Laute
Bart Aerbeydt, Michiel van der Linden, Hörner
www.lesmuffatti.be
Die musikalischen Aktivitäten des belgischen Spezialisten für Alte Musik PETER VAN HEYGHEN sind vielseitig.
Als Blockflötist tritt er sowohl solistisch als auch mit dem Kammermusikensemble More Maiorum und dem
Blockflötenconsort Mezzaluna auf – beides Ensembles, die er selbst mitbegründet hat. Als Dirigent und künstlerischer
Leiter arbeitet er vor allem mit dem Barockorchester Les Muffatti. Außerdem dirigiert er regelmäßig die
Barockorchester der Königlichen Konservatorien in Brüssel und Den Haag. Gelegentlich nimmt er auch
Einladungen zur Leitung von Orchestern an, wie z. B. Les Agrémens, das Wroclaw Philharmonia Baroque Orchestra oder den Deutschen Händelsolisten. Bis vor kurzem war auch als Sänger aktiv, spezialisiert auf
Renaissance-Repertoire. Er hat mit Ensembles wie Capilla Flamenca und Weser-Renaissance zusammengearbeitet
und war vier Jahre lang Co-Direktor des Vokalensembles Cappella Pratensis. Er ist ebenfalls als
Musikwissenschaftler tätig und hat zahlreiche richtungsweisende Artikel zu Geschichte und Aufführungspraxis
der Blockflöte publiziert. Er lehrt historische Aufführungspraxis (Renaissance und Barock) an den Königlichen
Konservatorien in Brüssel und Den Haag. Zudem gibt er regelmäßig Meisterkurse, Workshops und
Gastvorlesungen an Konservatorien und Universitäten im In- und Ausland. In jüngerer Zeit ist Peter Van
Heyghen als Wissenschaftler, Lehrer und Dirigent zunehmend auf dem Gebiet der Barockoper aktiv. Hier arbeitet
er eng mit der belgischen Choreographin und Regisseurin Sigrid T'Hooft zusammen. Seit 2003 leiten sie unter
anderem gemeinsam die jährliche Opernwerkstatt der Händel-Akademie in Karlsruhe. 2009/2010 übernahmen
die beiden die künstlerische Leitung für die Produktion der Händel-Oper Radamisto, welche am Badischen
Staatstheater Karlsruhe außerordentliche Erfolge feierte.
BENOÎT LAURENT studierte zunächst Blockflöte, moderne Oboe und Barockoboe in Belgien bei Frédéric de
Roos, Paul Dombrecht, Ann Vanlancker und Sylvain Cremers, bevor er sich bei Michael Niesemann in
Deutschland für Barockoboe spezialisierte. Im Jahre 2008 wurde er zweiter Preisträger des Wettbewerbs Musica
Antiqua in Brügge in der Solisten-Sparte. Er unterichtet zur Zeit Barockoboe an der Hochschule für Musik
Frankfurt und am Conservatoire Royal in Brüssel. Benoît Laurent konzertiert regelmäßig mit namhaften
Orchestern und Ensembles für Alte Musik, wie z. B. dem Amsterdam Baroque Orchestra, dem Orchestre des
Champs-Élysées, B'Rock und Il Gardellino und war als Solist u.a. mit Concerto Köln, der Akademie für Alte
Musik Berlin, Les Agrémens, Les Muffatti und La Stagione Frankfurt zu hören. Für das Label Ricercar hat er mit
Les Agrémes das Oboenkonzert in C-Dur von Ludwig August Lebrun, sowie mit seinem eigenen Ensemble
Lingua Franca eine CD mit deutscher Musik für Oboen-Ensemble aufgenommen.