| RAMÉE |
|---|

| GAULTIER, Apollon Orateur | ![]() |
Die Assoziation von Denis Gaultier mit Apollon in einem Lautenmanuskript des 17. Jh. ist nicht so kühn, wie sie vielleicht zunächst scheinen mag: Der Lautenist wurde von seinen Zeitgenossen über alle Maßen geschätzt, für viele war er in der Tat der Inbegriff des Lautengenies, der »Unvergleichliche«, und einer der wenigen, die es vermochten, mit der Musik zu ihren Hörern zu »sprechen«. Auf den ersten Blick scheinen seine Kompositionen sich wenig von denen seiner Kollegen zu unterscheiden, doch zeigt sich bei genauerer Betrachtung eine Raffinesse, welche in der Lautenmusik dieser Zeit ihresgleichen sucht. Man ist sofort beeindruckt von der Klarheit der Komposition, in der keine Note überflüssig und die musikalische Struktur auf das Wesentliche beschränkt ist. Diese minimalistische Herangehensweise wird in den späteren, gedruckten Versionen des gleichen Materials noch deutlicher, denn dort kann man sehen, wie subtil die Stücke überarbeitet worden sind. Denis Gaultier schöpfte das Potential seines Instruments in höchstem Maße aus und führte so das Lautenspiel auf ein Niveau, von dem frühere Lautenisten nicht zu träumen wagten. Seine Musik stellte hohe Anforderungen an den Lautenisten, die Laute und auch an den Hörer, denn mit dem Wissen um das Machbare führte Gaultier das Instrument, und alle anderen mit ihm, bis an die Grenzen.
ANTHONY BAILES studierte zunächst
Gitarre, und entwickelte dabei eine Liebe zur Lautenmusik. Eine Begegnung mit
Diana Poulton veranlasste ihn, eine Laute zu kaufen und bei ihr zu studieren.
1971 erhielt er ein Stipendium des Kunstrates von Großbritannien für
ein weiterführendes Studium bei Eugen Dobois an the Schola Cantorum Basiliensis
in der Schweiz.
Seit dem Ende seiner Studien hat er in Europa auf allen wichtigen Festivals
konzertiert. Einige seiner Einspielungen wurden von der Kritik als »t;Meilensteine«t;
gefeiert. Seine Interpretationen der deutschen und französischen Musik
des 17. Jahrhunderts sind besonders geschätzt und mit verschiedenen Preisen
ausgezeichnet worden. Neben seiner Konzert- und Unterrichtstätigkeit hat
Anthony Bailes Musikausgaben besorgt und Monographien über die Laute und
ihr Repertoire veröffentlicht.