| RAMÉE |
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| O vos amici mei carissimi | ![]() |
Venedig ließe sich mit Fug und Recht als
città della musica bezeichnen, wenn man an die vielen Musiker denkt,
die im 16. und 17. Jahrhundert in den kirchlichen und weltlichen Institutionen,
in den Krankenanstalten und Patrizierhäusern der Stadt wirkten. Venedig war
Ziel oder zumindest unabdingbare Etappe für all jene, die sich, in welcher Form
auch immer, mit Musik beschäftigten. Und die Musik, die in Venedig entstand
und dort gehört wurde, hatte unweigerlich Vorbildcharakter für alle Musiker,
ob aus Venetien, Italien oder jenseits der Alpen.
Carlo Filago, dessen Werke hier erstmalig wiederaufgeführt werden, war zweifellos
eine der prominentesten musikalischen Persönlichkeiten in Venedig in der ersten
Hälfte des 17. Jahrhunderts und einer der bedeutendsten Organisten seiner Zeit.
Als erster Organist am Markusdom unter Kapellmeister Claudio Monteverdi war
ihm die Gnade beschieden, einen der größten Musiker des Abendlandes zum Kollegen
gehabt zu haben, und gleichzeitig das Unglück, trotz annähernd gleicher Begabung
in dessen Schatten verblieben und über die Jahrhunderte in Vergessenheit geraten
zu sein. Das Werk Filagos ist wie ein prächtiges und farbenreiches Gemälde,
das lange verstaubt auf einem Dachboden lag, aber nun, wiederentdeckt, weder
das Tageslicht noch den Vergleich mit den Werken der Großmeister seiner Zeit
scheuen muss. Die vorliegende CD möchte diesen bislang verborgenen Schatz der
Musikgeschichte heben und nun wieder hörbar machen.
Constanze Backes, Sopran
Gerlinde Sämann, Sopran
Hermann Oswald, Alt
Markus Flaig, Bass
INSTRUMENTA MUSICA ist ein auf Musik der Spätrenaissance und des Frühbarock aus dem deutschen und italienischen Sprachraum spezialisiertes Ensemble mit Schwerpunkt auf der Entdeckung und Wiederaufführung von bisher unbeachtetem Repertoire. Gleichermaßen widmet sich das Ensemble der Erforschung des entsprechenden historischen musikalischen Instrumentariums und benutzt dabei in manchmal ungewohnter Weise Instrumente, die zwar in historischen Quellen oft beschrieben sind, doch heutzutage in der Regel kaum Verwendung finden. Die verwendeten Kopien historischer Instrumente sind so nah wie möglich an ihre originalen Vorlagen angelehnt. Das Ziel des Ensembles ist es, auf authentische Weise die Schönheit und den affektvollen Reichtum der Musik dieser Epoche unmittelbar zugänglich und in unserer heutigen Zeit wieder lebendig zu machen. Eine besondere Beziehung verbindet Instrumenta Musica mit der Frauenkirche in Dresden. Seit 2006 führt das Ensemble dort anlässlich der Kirchweihfeste vor allem Werke von Heinrich Schütz auf. Ferner arbeitet Instrumenta Musica regelmäßig mit dem Ensemble Officium (Wilfried Rombach), dem Kammerchor der Dresdner Frauenkirche unter Leitung von Kantor Matthias Grünert, dem Sächsischen Vokalensemble (Matthias Jung) und mit Les Amis de Philippe (Ludger Rémy) zusammen.
ERCOLE NISINI ist einer der gefragtesten Posaunisten auf historischen Instrumenten. Nach seinem Studium der modernen Posaune bei Abbie Conant in Trossingen und seinem Engagement beim Orchestra Sinfonica di Milano unter der Leitung von Riccardo Chailly hat er sich der historischen Aufführungspraxis gewidmet. Sein Studium der historischen Posaune bei Wim Becu am Institut für Alte Musik in Trossingen hat er mit Auszeichnung abgeschlossen. Sein Interesse und die Leidenschaft für das Repertoire und das Instrumentarium der Spätrenaissance und des Frühbarock haben ihn 2004 zur Gründung des Ensembles Instrumenta Musica geführt. Ercole Nisini hat zahlreiche Konzerte, CD-Aufnahmen und Rundfunkmitschnitte in ganz Europa mit Ensembles wie La Petite Bande, Marini Consort Innsbruck, Orchestre des Champs-Élysées, Moderntimes_1800, Capriccio Stravagante, Weser-Renaissance, Musica Fiata und anderen gespielt. Ziel der Arbeit von Ercole Nisini ist es, das Repertoire für Posaune von der Renaissance bis zur Romantik durch die Benutzung von originalen Instrumenten oder originalgetreuen Kopien unter Anwendung adäquater Spieltechniken neu zu beleben und wiedererklingen zu lassen.