| RAMÉE |
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| Paschal DE L'ESTOCART, Deux curs aimants | ![]() |
Man weiß nur sehr wenig über
von Paschal de L'Estocart. Er wurde in Noyon (Picardie) um 1537 geboren. Von
seiner musikalischen Ausbildung wissen wir nichts. Sein Verbleib ist in Lyon
1559 durch einen Zwischenfall und durch seine Hochzeit im Jahre 1565 belegt,
danach verliert sich seine Spur bis zum Jahr 1581, als er sich an der Universität
von Basel einschrieb. Es steht demnach außer Zweifel, dass sich L'Estocart
aufgrund seiner Sympathien für die Reformation auf calvinistischem Boden
niedergelassen hatte, und vielleicht auch um sich dort verlegen zu lassen, in
jeder Schweiz, wo die Drucker äußerst aktiv waren, besonders in Genf,
wo mehrere Musikverlage florierten. Der Rest seines Lebens verliert sich im
Dunkeln, das nur durch zwei Daten erhellt wird: im Jahre 1584 erscheint er auf
der Liste der Preisträger des Puy de Sainte-Cécile, und 1587 enthält
das Gesuchsregister an Heinrich III., sein Ersuchen um Aufnahme als Laie in
die Abtei von Frémont welches
übrigens abgelehnt wurde. Muss man daraus schließen, dass er zum
Katholizismus zurückgekehrt war, oder dass er niemals wirklich calvinistischen
Glaubens war?
Von dieser Zweideutigkeit zeugt im besonderen die Sammlung der Sacræ
Cantiones: einerseits mit ihrer Widmung an den Pfalzgrafen Johann Casimir,
einen bekannten Calvinisten in den Religionskriegen, und andererseits mit ihrem
lateinischen Teil, der jedoch nur einen minimalen Platz einnimmt.
Die musikalische Sprache L'Estocarts scheint, wie bei allen französischen
Komponisten seiner Generation, von Lassus beeinlusst. Bezeichnend ist dabei
die Fähigkeit, sämtliche Kompositionstechniken (vom imitativen Kontrapunkt
bis hin zu homophonen Akkordblöcken) in den Dienst der musikalischen Ausdruckskraft
zu stellen, die Klarheit, mit der die musikalische Syntax jener des Textes entspricht,
die rhythmische Vielfalt und das Gespür für Bewegung, die reiche Anwendung
rhetorischer Wendungen. Aber seine größte Originalität besteht
in der harmonischen Kühnheit, die schon seinen ersten Entdecker. Jene Kühnheit
entsteht durch eine Stimmführung, welche zuweilen Reibungen verursacht,
die dem aufmerksamen Zuhörer nicht entgehen können.
Annie Curdevey
LUDUS
MODALIS »das Spiel der Modi« wurde
auf Initiative von Bruno Boterf gegründet. Das zwölfstimmige Vokalensemble
hat sich die Wiedergabe profaner und religiöser Polyphonie der Renaissance
und des Vorbarock in ihrer ganzen Farbigkeit zur Aufgabe gestellt. Ludus
Modalis möchte sich von einer zu allgemeinen Herangehensweise
an die Interpretation absetzen, in dem es sich auf oft vernachlässigte
Aspekte konzentriert, wie Aussprache, an den Gebrauch der Modi gebundene Intonation
und Temperierung, das Streben nach abwechslungsreicheren Vokalfarben und vor
allem die gewissenhafte Beachtung der Originalquellen, welche durch die Zusammenarbeit
mit Musikwissenschaftlern abgesichert wird. Die Entscheidung, sowohl Männerstimmen
wie auch Frauen- und sogar Kinderstimmen einzusetzen, ist von dem Bestreben
getragen, ein Ensemble von Klangfarben zu sein, in dem die Verschmelzung kontrastierender
Timbres zu einer Bereicherung führt und der Begriff der Schönheit
keine vorherrschende Rolle einnimmt, sondern im Gegenteil die einer »Verzierung«.
Catherine Greuillet, Nathalie Marec, Sopran
Sophie Toussaint, Fr. Jean-Christophe Clair, Altus
Bruno Boterf, Hugues Primard, Vincent Bouchot, Tenor
François Fauché, Jean-Michel Durang, Marc Busnel, Bass
http://ludusmodalis.free.fr
Von der Musik der Renaissance und des Vorbarock fasziniert, widmet sich BRUNO
BOTERF regelmäßig dem Repertoire des Seicento, sowohl
im Duo mit dem von Gilles Ragon gegründeten Ensemble A doi tenori, wie
auch als Solist mit Ensembles wie Akadêmia, Les Witches,
William Byrd oder La Fenice. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt
außerdem dem französischen Repertoire, mit einer Vorliebe für
die Air de Cour des ausgehenden 16. Jahrhunderts und die Polyphonie der
chanson française, die er während mehr als zwanzig Jahren mit dem
Ensemble Clément Janequin aufgeführt hat. Bruno Boterf hat
am Konservatorium von Tours unterrichtet, wo er an der Gründung einer Klasse
für die Interpretation von Vokalmusik der Renaissance beteiligt war. Seine
Unterrichtstätigkeit hat ihn zur Gründung des Ensembles Ludus Modalis
geführt.
| 1. Suzanne un jour | 15. v. Jesus Christ venu pour racheter l'homme | |||
| 2. Quand je viens à penser | 16. vi. Sa mort, et le fruict d'icelle | |||
| 3. Deux curs aimants | 17. vii. Sa resurection, et le fruict d'icelle | |||
| 4. Je ne veux plus bastir | 18. viii. Son ascension au ciel, et le fruict d'icelle | |||
| 5. Helas mon Dieu | 19. ix. Son assiette à la dextre du Pere, et le fruict d'icelle | |||
| 6. Où est le vray pays | 20. x. Sa presence au milieu des siens du fruict d'icelle | |||
| 7. O combien est plaisant | 21. xi. Qui sont les vrais Chrestiens, et en quoy gist leur fiancé | |||
| 8. Quelle est ta loy ? | 22. xii. Exhortation aux chrestiens à cercher tout bien en Jesus Christ | |||
| 9. D'un il pleurant | ||||
| 10. Pour mourir bien heureux | 23. Dieu est regnant | |||
| 24. Ut tibi mors flix | ||||
| ODE EN DOUZE PARTIES | 25. Peccantem me quotidie | |||
| 11. i. L'uvre de la creation du monde | 26. Angelus autem | |||
| 12. ii. De la creation de l'homme | 27. Quos anguis dirus | |||
| 13. iii. L'homme creé à l'image de Dieu | 28. Inter natos | |||
| 14. iv. La cheute miserable de l'homme |