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| Georg MUFFAT, Armonico Tributo | ![]() |
Ein jeder, der sich auch nur ein wenig in das Werk Georg Muffats vertieft, sei es als Musikwissenschaftler, Ausführender oder Liebhaber, kommt früher oder später zu der Überzeugung, dass Muffat im heutigen Musikleben nicht der Ehrenplatz gegönnt wird, der ihm eigentlich zusteht. Seine Verdienste auf kompositorischem und pädagogischem Gebiet werden zwar in der Fachliteratur allgemein gewürdigt, aber für das breite Publikum bleibt er vorerst dennoch im Schatten von wirklich »großen« Zeitgenossen wie Jean-Baptiste Lully, Arcangelo Corelli oder Heinrich Ignaz Franz Biber um nur drei zu nennen, mit denen er persönlich in Kontakt gewesen ist. Vielleicht ist dies dem Fakt zuzuschreiben, dass von Muffat nur relativ wenig und noch dazu fast ausschließlich instrumentale Musik erhalten geblieben ist. Dass der Komponist kein einziges Mal während seiner gesamten Laufbahn eine Anstellung in einem der großen europäischen Musikzentren erhielt, kann der Grund nicht sein: andere Musiker sind unter gleichen Voraussetzungen zu großem Ruhm gelangt. Mag es vielleicht daran liegen, dass Muffat stilistisch so schwierig einzuordnen ist? Sein Werk und die damit verbundene Aufführungspraxis sind eine Synthese von wenigstens drei verschiedenen Stilen und Traditionen. Aber dass dies keineswegs ein Zufall war, sondern im Gegenteil den zentralen Punkt von Muffats persönlichen ästhetischen Zielstellungen ausmachte, und dass er einer der ersten war, der diese Synthese so ausdrücklich und wiederholt angestrebt und sie auch meisterlich umgesetzt hat, sollte vielleicht gerade der Grund sein, warum er in die Reihe der Großen gehört.
Peter Van Heyghen
Die
Ursprünge des Ensembles LES MUFFATTI
gehen bis in das Jahr 1996 zurück, als sich ein Dutzend Studenten am Konservatorium
in Brüssel zusammenfand, um das barocke Repertoire für Streichorchester
zu erkunden. Der Weg der Studentengruppe mündete 2003 in der Entscheidung,
aus dem Ensemble ein professionelles Barockorchester unter der Leitung eines
ständigen Dirigenten zu machen. Die Wahl fiel auf Peter Van Heyghen, einen
international anerkannten Spezialisten für die Aufführungspraxis von
Renaissance- und Barockmusik, mit dem das Orchester im Juni 2004 sein Debutkonzert
in Brüssel gab. Les Muffatti gewann schnell
das Vertrauen zahlreicher Veranstalter und wurde während des ersten Jahres
seines Bestehens bereits zu Auftritten im Rahmen renommierter Festivals in Amsterdam,
Brügge, Utrecht und Maastricht sowie verschiedener Konzertreihen in Karlsruhe,
Vila Real und Brüssel eingeladen.
Der Name Les Muffatti steht in direkter Verbindung
mit dem Kernrepertoire des Ensembles sowie den Prinzipien seiner historischen
Interpretation. Das Werk des Kosmopoliten Georg Muffat, der in der Musikgeschichte
als Komponist eine Schlüsselfigur bei der Entstehung des Orchesters darstellt
und als einer der ersten die großen Unterschiede zwischen den nationalen
Musikstilen um 1700 und deren Aufführungspraxis theoretisiert und verbunden
hat, nimmt darin einen zentralen Platz ein. Der Repertoireschwerpunkt von Les
Muffatti liegt daher auf den zahlreichen Werken für Streichorchester
des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts. In den kommenden Jahren
will sich das Ensemble außerdem auf das italienische Repertoire von Oratorien,
Serenaden und Intermezzi aus derselben Periode konzentrieren.
Peter Van Heyghen, Leitung
Catherine Meeùs, Benedicte Verbeek, Sandrine Dupé, Marcin Lasia,
Marie Haag, Laurent Hulsbosch, Violinen
Wendy Ruymen, Julie Vermeulen, Violas
Marian Minnen, Corentin Dellicour, Violoncelli
Benoît Vanden Bemden, Kontrabass
Kris Verhelst, Cembalo
Bart Jacobs, Orgel
Bernard Zonderman, Gitarre und Theorbe
www.lesmuffatti.be
PETER VAN HEYGHEN studierte
Blockflöte und Gesang am Konservatorium in Gent. Er konzertiert weltweit
als Solist mit seinem Kammermusikensemble More Maiorum, mit dem Blockflöten-Consort
Mezzaluna sowie mit Vokalensembles wie Capilla Flamenca und Weser-Renaissance.
Neben seiner Tätigkeit als Dirigent von Les Muffatti leitet er im
Moment in Zusammenarbeit mit Stratton Bull auch das Vokalensemble Cappella
Pratensis und ist außerdem als Publizist aktiv. Er unterrichtet Blockflöte
und Historische Aufführungspraxis am Konservatorium in Den Haag und gibt
regelmäßig Meisterkurse, Workshops und Gastvorlesungen in Europa
und den Vereinigten Staaten von Amerika.